Unterschied zwischen RECS Zertifikaten und Ökostrom-Labeln PDF  | Drucken |

Das Renewable Energy Certificate System (RECS) ist ein Bestandteil des European Energy Certificate System (EECS), welches das einzige funktionierende System für den internationalen Handel von Herkunftsnachweisen darstellt. RECS ist in vielen europäischen Ländern seit 2001/2002 etabliert. Die Verwendung von RECS bzw. von EECS-Herkunftsnachweisen ist ein europaweit üblichess Verfahren, da physikalische Lieferungen kaum transparent bilanzierbar sind. RECS-Zertifikate können in Deutschland analog zu Herkunftsnachweisen (GoO’s) entsprechend EU-Richtlinie (s.u.) genutzt werden Weiterhin können sie z. B. im Rahmen des ok-power Labels, sowie verschiedener TÜV-Label als Nachweis für die erneuerbare Stromerzeugung verwendet werden.

  
RECS ist unabhängig und transparent. 

Die Bereitstellung und Prüfung der Infrastruktur für den Handel mit RECS-Zertifikaten und EECS-Herkunftsnachweisen obliegt von RECS unabhängigen, neutralen und anerkannten Körperschaften; in Deutschland dem Öko-Institut e.V. Weiterhin prüfen unabhängige Institute, wie z.B. die TÜVs, die Anlagen, die im RECS-/EECS-System aufgenommen werden sollen.

 
  
EU-Richtlinie 2001/77/EG 

RECS Zertifikate entsprechen in der Anwendung Herkunftsnachweisen gemäß EU-Richtlinie 2001/77/EG vom 27.9.2001 für Herkunftsnachweise, und können als solches auch für die Stromkennzeichnung (EnWG, § 42) in Deutschland verwendet werden. Hierbei entsprechen sie auch den Anforderungen des Leitfadens des BDEW.

 
  
RECS schafft Transparenz im „Stromsee“. 

Eine Garantie für eine physische Stromversorgung mit „grünem“ Strom ist aus physikalischen Gründen im Allgemeinen nicht möglich. Der Strom nimmt den kürzesten Weg und lässt sich nicht gezielt an einzelne Abnehmer liefern: dieses ist physikalisch unmöglich. RECS weist dafür die regenerative Stromproduktion und deren Verkauf und Entwertung lückenlos im Stromsee nach und schafft somit ein transparentes Nachweissystem für die Erzeugung und die Entwertung von erneuerbar erzeugtem Strom.

 
  
RECS Zertifikate sind ein Nachweissystem. 

RECS Zertifikate ermöglichen den Nachweis über die Produktion und die Nutzung (Entwertung) von erneuerbaren Energien. Mittels RECS Zertifikaten kann u. a. nachgewiesen werden:

 
  

-       die Produktionsanlage für erneuerbare Energien (u. a. Anlage, Standort, Technologie, Leistung)

 
  

-       der Ausschluss der Doppelvermarktung. RECS Zertifikate können nur einmal für ein bestimmtes Produkt/einen bestimmten Zweck entwertet werden. EEG Anlagen können keine RECS Zertifikate erhalten

 

-       Es wird im RECS verstärkt darauf geachtet, dass die Nutzer von RECS Zertifikaten den verdrängten Strommix entweder an den Lieferanten oder an den Produzenten der Zertifikate melden, damit dieser seinen Strommix entsprechend kennzeichnet. 

 
  
RECS ist kein Ökostrom-Label. 

Das RECS System zertifiziert keine Ökostrom-Produkte und ist kein Ökostrom-Label. Das RECS System selbst stellt, außer dass nur für erneuerbare Energien Zertifikate ausgestellt werden können, als Nachweissystem für die Produktion von erneuerbaren Energien im allgemeinen keine weiteren Anforderungen an die Erzeugungsanlagen; weder an das Anlagenalter, noch an ökologische Anforderungen. Selbstverständlich können und werden bei Ökostrom-Labeln solche RECS Zertifikate eingesetzt, die den jeweiligen Ansprüchen, wie z. B. den Anforderungen nach Anlagenalter und ökologischen Kriterien entsprechen.

 
  
RECS ermöglicht den europaweiten Handel mit erneuerbare Energie. 

Durch das europaweit etablierte System für Herkunftsnachweise ist ein grenzüberschreitender Handel mit Herkunftsnachweisen für erneuerbare Energie problemlos möglich.

 
  
RECS ist kein Konkurrenzsystem zum EEG. 

RECS Zertifikate dürfen für EEG-Strom nicht ausgestellt werden. Kritiker verwechseln RECS mit dem sogenannten Quota-Verfahren, wie es in verschiedenen Ländern Europas anstelle des EEG verwendet wird. Wie dargestellt, werden RECS Zertifikate als Nachweis für die Erzeugung von erneuerbaren Energien in verschiedenen Ökostrom-Labeln eingesetzt. Sie dienen hierbei als Bestandteil der Zertifizierung und vereinfachen den Zertifizierungsprozess, da die Zertifikate bereits strengen Überprüfungsmechanismen unterliegen. Sie können durch ihre transparente Anwendung die Glaubwürdigkeit eines Zertifizierungssystems erhöhen. Ökostrom-Label können z. B. an die Altersstruktur der Erzeugungsanlagen für ein Ökostrom-Angebot bestimmte Anforderungen stellen. So muss z. B. der Neuanlagenanteil beim TÜV Süddeutschland für nach EE01 zertifizierten Produkten mindestens 25% betragen; die Anlagen müssen gleich/jünger drei Jahren als sein. Im Rahmen des ok-power Labels wird z. B. neben einem bestimmten Neuanlagenanteil gefordert, dass Wasserkraftanlagen definierte ökologische Kriterien erfüllen. Die Anlagen selber werden durch den EnergieVision e.V. geprüft. Eine Anlage, die diese Kriterien erfüllt, kann dann RECS Zertifikate erzeugen, die im Rahmen des ok-power Labels eingesetzt werden können.

 
  
  

 

 

 

 

Partner

Association of Issuing Bodies
_______________________
Grexel System ltd.
_______________________
RECS International
_______________________